Kunst- und Kulturfestival im Zehnthaus

Zum Dorfjubiläum veranstaltet das Kuratorium für Kunst- und Denkmalpflege vom 24. bis 26. April 2015 im Jockgrimer "Zehnthaus" ein Kunst- und Kulturfestival.

Das besondere Wochenende voller hochkarätiger Kultur-Angebote beginnt mit einer Verbeugung vor der sprachlichen Besonderheit unserer Gegend: 

„Ich mään jo blooß“ – Mundartabend mit Michael Konrad
Am Freitag, den 24. April um 20.00 Uhr im Zehnthaus Jockgrim.

Michael Konrad Saach blooß WEB„Saachen Se blooß, Sie hänn noch nix vun ,Saach blooß‘ g’heert?“ Von der RHEINPFALZ-Serie über originelle Pfälzer Sprüche und Wörter, die der Autor und Redakteur Michael Konrad (47) aus Landau zusammen mit seinen Lesern seit nunmehr über 13 Jahren fortschreibt? Jo, alla! Gemeinsam und im Dialog erforschen Zeitungsmann und Zeitungsleser die Geheimnisse der pfälzischen Sprache vom „Dibbelschisser“ bis zum „Dollbohrer“, von „Rutsch mer de Buckel nunner“ bis zur „buckligen Verwandtschaft“. Und weil ihm und den Pfälzern der Dialekt so viel Freude bereitet (und weil sich auf Pfälzisch viel besser spotten lässt) verfasst Konrad außerdem jede Woche die Mundart-Kolumne „Ich mään jo blooß“ in der RHEINPFALZ am SONNTAG.

Darin spürt er dem alltäglichen Pfälzer Wahnsinn nach: In der Provinz, in der Politik und ganz privat zu Hause mit seiner „Mitbewohnerin“ und der (leider, wie er stöhnt) unvermeidlichen „Dannde Liesel“. Michael Konrad wird im Zehnthaus in Jockgrim aus seinen mittlerweile sieben Büchern lesen und dabei mit viel Humor und deutlichem Augenzwinkern das Hohelied auf die Mundart und die Verrücktheiten der Pfälzer singen (im übertragenen Sinne, also nur keine Panik!). Wie schreibt der Autor und Dichter Michael Bauer im Vorwort zu Konrads neuestem Buch „Ich mään jo blooß: Espresso uff’m Mond“? „Wenn von Liebe zur Mundart nun mal die Rede ist, dann müssen wir im Fall Konrads nicht von zarten Anwandlungen und gehauchten Schwüren sprechen, sondern von zupackenden Umarmungen und heftigen Zungenküssen.“

Also: Auf keinen Fall verpassen!
Freitag, 24. April 2015,  20:00 Uhr
im Zehnthaus Jockgrim
Karten an der Abendkasse


Am Samstag steht ein unterhaltsamer Abend an:
Lieder in Nostalgie und Erinnerungen - Lovesongs und Chansons
 
Lovesongs und Chansons mit Colette STERNBERG, Ingolf BAUR und Daniela BREM am 25. März im ZehnthausNicht gerade 750 Jahre sind es, aber immerhin aus gut 75 Jahren nimmt das Programm viele liebenswerte nostalgische Erinnerungen, mit denen Colette STERNBERG und Ingolf BAUR ihre Gäste auf eine Zeitreise der musikalischen Art entführen. Auf dieser schwungvollen Reise werden die Sopranistin und der Bass von Daniela BREM mal gefühlvoll, mal frech am Piano souverän begleitet.

So entsteht ein abwechslungsreiches Programm, voll mit Liedern, Chansons, Lovesongs und dem ein oder anderen Schmachtfetzen aus den 30er, 40er und 50er Jahren. Colette Sternberg ist eine Sopranistin, die sich in nahezu allen Sparten der Musik wohlfühlt und Ingolf Baur, den Sie als Fernsehmoderator aus der Sendung nano bei 3sat kennen, bildet hier mit seiner Basslage ein stimmliches Gegengewicht.

In unterhaltsamer Moderation führt Sie dieses Dreigespann durch einen kurzweiligen Abend im Zehnthaus Jockgrim.  Lassen Sie sich verführen.
 
Samstag, 25. April 2015 - 20:00 Uhr
Zehnthaus Jockgrim
Ludwigstraße 26-28
76751 Jockgrim


FRANZ BERNHARD

Grafik und Texte im Zehnthaus Jockgrim
 
Franz Bernhard (Bild: Andreas Mauritz)Nach begeisternden Ausstellungen im Heidelberger Skulpturenpark der Orthopädischen Universitätsklinik (Großskulpturen) sowie in der Mannheimer Kunsthalle (Zeichnungen)  – kunstraumMETROPOL berichtete –, soll dem 2013 verstorbenen Bildhauer Franz Bernhard nun auch in seiner pfälzischen Heimatgemeinde Jockgrim, wo er seit 1972 ansässig war, die gebührende lokale Hommage erwiesen werden. Das Kuratorium für Kunst und Denkmalpflege e.V., dem als treibende Kraft und Kuratorin dieser Ausstellung die in Kandel beheimatete Künstlerin Brigitte Sommer angehört, richtet dem renommierten Künstler im örtlichen Zehnthaus eine eindrucksvolle Werkschau seiner Radierungen aus.

Franz Bernhard WV 140 2006Wie bei seinen Zeichnungen, wo er sich vornehmlich der Feder bedient, beschreitet Franz Bernhard auch bei seiner Druckgrafik schwieriges Terrain, indem er die Kaltnadel-Radierung bevorzugt. „Beides wenig gefügige Techniken, die einer lockeren Linienführung fast widerstreben und bei denen einmal gesetzte Linien – zumindest jedoch die Spuren ihrer Tilgung – nach jeder Änderung bestehen bleiben“ (Bernhard Holeczek 1978).

Die ausgestellten Grafiken werden begleitet durch jeweils eine DIN A4-Seite umfassende Statements zum Werk von Franz Bernhard. Zahlreiche Wegbegleiter – unter ihnen Künstler, Sammler, Verleger, Kunstwissenschaftler – waren aufgerufen, das künstlerische Schaffen aus ihrem individuellen Blickwinkel zu beleuchten.

Einige aus dem Nachlass stammende Kleinskulpturen und Zeichnungen  – deren vierbändiges Werkverzeichnis jüngst im Freiburger modo Verlag erschienen ist –  runden den angestrebten Dialog zwischen Grafik und Texten ab.

Parallel ehrt die Gemeinde Jockgrim im Rahmen ihres 750-jährigen Gründungsjubiläums 2015 den überregional bedeutenden Bildhauer seit dem 9. November 2014 mit der Aufstellung von vier Großskulpturen aus Corten-Stahl: Ein Jahr lang werden die „Büste“ von 2013 auf dem Bürgerplatz,  die „Aufragende“ von 2012 und die „Sitzende Figur“ von 2006 vor dem Rathaus der Ortgemeinde sowie „Großer Mann, sitzend“ von 2011 vor der Ludowici-Kapelle zu bewundern sein.

Der zu Lebzeiten mit vielen namhaften Stipendien und überregional bedeutenden Kunstpreisen ausgezeichnete documenta-Teilnehmer von 1977, erhielt 2014 mit dem den erstmals für ein Lebenswerk verliehenen Pfalzpreis für Bildende Kunst posthum eine weitere Auszeichnung. Den Preis nahm Lucia Bernhard, Frau des Künstlers, entgegen.

Roland Heinzmann M.A.

Dauer der Ausstellung: 26.04. - 24.05.2015

Öffnungszeiten:
Freitag: 20:00 - 22:00 Uhr
Samstag: 15:00 - 17:00 Uhr
Sonntag: 11:00 – 17:00 Uhr

Vernissage: Sonntag, 26.04.2015 - 11:00 Uhr

Grußworte: Landrat Dr. Fritz Brechtel
Laudatio: Dr. Britta E. Buhlmann, Direktorin Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern mpK
Einführung in die schwarze Kunst der Radierung: Peter Siegel
Musikalischer Beitrag: Knut Maurer, Piano