Ausstellung Franz Bernhard Skulpturen

» Download: Vortrag Frau Dr. Sabine Heilig, Ausstellungseröffnung am 9.11.2014

Über 40 Jahre lebte und arbeitete der Bildhauer Franz Bernhard in Jockgrim. 1972 erwarben er und seine Frau Lucia das Bauernhaus in der Bahnhofstraße mit einer Scheune – die fortan sein Atelier wurde – dem Garten und einem verwunschenen Hof.

Die Gemeinde Jockgrim, die im Jahr 2015 das 750-jährige Gründungsjubiläum feiert, ehrt ihren großen Künstler mit der Ausstellung von vier Skulpturen. Für ein Jahr sind diese Werke, die Bernhard in einer Werft in Speyer aus dem für sein Schaffen charakteristischen Corten-Stahl fertigte, jetzt im Ortsbild zu sehen und geben so Gelegenheit, sich mit seiner Kunst auseinanderzusetzen: Am Bürgerplatz, am Rathaus der Ortsgemeinde und an der Ludowici-Kapelle.  

Franz Bernhard Skulpturen in Jockgrim - Bilder: Andreas Mauritz 

Ausstellung verlängert

Dank der großzügigen Unterstützung von Frau Lucia Bernhard und dem Zehnthaus Jockgrim, die die Versicherungsgebühren übernehmen, werden drei dieser Skulpturen für zwei weitere Jahre an ihren Standorten verbleiben: auf dem Rasen vor dem Rathaus der Ortsgemeinde die „Aufragende“ und die „Sitzende Figur“, vor der protestantischen Kirche „Großer Mann, sitzend“.

Die „Büste“, für ein Jahr unübersehbar an der in Einmündung Daimlerstraße / Max-Planck-Straße positioniert, hat wie geplant einen neuen Standort in Darmstadt gefunden.

Die Ortsgemeinde Jockgrim dankt Frau Bernhard für das Ausstellen der beiden Skulpturen am Rathaus herzlich. Weiterhin danken wir ihr und dem Zehnthaus, die die weitere Ausstellung unterstützen.

Am 9. November 2014 wurde die Ausstellung um 11:00 Uhr im evangelischen Gemeindehaus an der Ludowici-Kapelle eröffnet. Frau Dr. Sabine Heilig wird über die Kunst von Franz Bernhard sprechen. Zuvor wird um 10:00 Uhr in einem Gottesdienst eine Zeichnung von Franz Bernhard übergeben. Alle, die Interesse haben, sind herzlich eingeladen. Am 26. April 2015 wurde außerdem im Zehnthaus eine Ausstellung mit Zeichnungen von und Texten zu Franz Bernhard eröffnet.

Wir danken Frau Lucia Bernhard und Herrn Andreas Schell, die uns bei der Realisierung dieser Ausstellung unterstützt haben. Unser Dank gilt auch der Sparkassen-Kulturstiftung und der Sparkasse Germersheim-Kandel für ihre finanzielle Förderung.

Die Ausstellung

Standorte Franz Bernhard Skulpturen in Jockgrim1 - Bürgerplatz
Max-Planck/Daimlerstraße

„Büste“

2013, Corten-Stahl

2 + 3 - Rathaus Ortsgemeinde
Maximilianstraße 36

„Aufragende“

2012, Corten-Stahl

„Sitzende Figur“

2006, Corten-Stahl

4 - Ludowici-Kapelle
Parkring 10

„Großer Mann, sitzend“

2011, Corten-Stahl

5 - Zehnthaus
Ludwigstraße 26-28

Ausstellung

Franz Bernhard
Grafik und Texte

(ab 26. April 2015)

Franz Bernhard

Franz Bernhard - Foto: Andreas MauritzFranz Bernhard wurde am 17. Januar 1934 in Neuhäuser im Böhmerwald geboren. Sein Vater war Bäckermeister und Landwirt. Nach dem Krieg zog die Familie nach Siegelsbach im Kreis Heilbronn. Dort beginnt Bernhard 1949 eine Schreinerlehre. Als er die Möglichkeit bekommt, das Gymnasium zu besuchen, bricht er die Lehre ab. Nach seinem Abitur 1956 jobbt er drei Jahre lang in verschiedenen Berufen. Dann wird er an der Karlsruher Kunstakademie aufgenommen und studiert dort bis 1966 Bildhauerei bei Wilhelm Loth und Werken bei Fritz Klemm. Seit 1972 lebte und arbeitete Franz Bernhard in Jockgrim.

Der mit vielen Preisen ausgezeichnete Künstler Franz Bernhard gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart und ist international bekannt.

Bei der Gestaltung von Kapellen oder Kirchen verstand er es, seinen Werken sakralen Gehalt zu geben. Für die Ludowici-Kapelle in Jockgrim schuf er den ‚Corpus‘ und das Taufbecken.

1998 erhielt Franz Bernhard das Bundesverdienstkreuz und im Jahre 2004 den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz.

Franz Bernhard ist am 28. Mai 2013 im Alter von 79 Jahren gestorben.

Auszeichnungen

1963 - Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, Bonn
1968 - Villa-Romana-Preis, Florenz
1969 - Villa-Massimo-Preis, Rom
1970 - Wilhelm-Lehmbruck-Förderpreis der Stadt Duisburg
1971 - Stipendium aus den Mitteln des Kunstpreises Berlin
1975 - Pfalzpreis für Plastik, Kaiserslautern
1976 - Arbeitsstipendium des Kulturkreises im Bundesverband der deutschen Industrie
1977 - Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg
1977 - Teilnahme an der Documenta 6, Kassel
1980 - Prix de la Ville de Mulhouse
1981 - Max-Lütze-Medaille
1984 - Kunstpreis der Heitland Foundation, Celle
1986 - Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz
1989 - Lovis-Corinth-Preis
1990-1992 - Mitglied der Akademie der Künste, Berlin
1994-2001 - Erster Vorsitzender des Künstlerbundes Baden-Württemberg
1998 - Bundesverdienstkreuz
2004 - Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz
2004 - Verleihung der Ehrenprofessur des Landes Baden-Württemberg
2007 - Erich-Heckel-Preis des Künstlerbundes Baden-Württemberg
2014 - Lebenswerkpreis Bezirksverband Pfalz